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Rundbrief Nr. 1

Autor: Paul | Datum: 14 Dezember 2017, 08:05 | 2 Kommentare

Liebe Leserin,

lieber Leser,

ich bin nun fast schon drei Monate als Freiwilliger im Tumaini Children Centre in Bukoba tätig. Meine Arbeit kennen viele von euch bereits aus meinem Blog. Hier möchte ich allerdings noch einmal ein Resumé meiner Arbeit und meines Lebens der ersten Monate in Bukoba darstellen.

Ich arbeite in einem Straßenkinderprojekt namens Tumaini Children Centre. Tumaini, das ist Kiswahili und bedeutet Hoffnung. Treffender könnte ich das Projekt nicht beschreiben. Das Projekt wurde von der schwedischen Missionarin Sister Debora Brycke 2003 gegründet. Zu Beginn sollte es Kindern, die kein Essen und kein Dach über dem Kopf haben, einen Zufluchtsort bieten. Heute ist das Tumaini Children Centre (TCC) viel mehr. Es bietet seinen Kindern eine Schulausbildung, ein Zuhause, geht regelmäßig in Problemfamilien, um Konflikte beizulegen, bringt Kinder zurück zu ihren Eltern, macht Seminare und hilft armen Familien ein besseres Leben aufzubauen. Seit 2003 ist das TCC also stetig gewachsen. Seitdem Sister Debora 2009 gestorben ist, kommen ihr Bruder und Mitglieder des schwedischen Bukoba Help regelmäßig, um neue Projekte zu starten und das TCC mit Spenden zu unterstützen. Die Leiterin des Centres Sister Adventina arbeitet eng mit der ELCT (Evangelic Lutheran Church Tanzania) und anderen NGOs zusammen, um eine größt- und bestmögliche Arbeit zu leisten.

Das Tumaini Children Centre beherbergt zur Zeit 65 Kinder, im Alter von 3 bis 20 Jahren auf dem Orphanage. Dieses liegt ungefähr 10min außerhalb von Bukoba. Einige Kinder des Centres, vor allem die jüngeren, besuchen die „MEMKWA“, auch „Special Class“  genannt. Hier können Kinder die Grundschule nachholen. Auch Kinder, die das Grundschulalter bereits überschritten haben, sind in dieser Klasse zu finden. Sie hatten zuvor nicht die Chance die Grundschule zu besuchen. Die Gründe dafür sind verschieden. Armut, die Arbeit als „Houseboy“ oder „Housegirl“, das Leben auf der Straße oder das Leben als Straßengang Mitglied. Aber nicht nur Kinder, die im Orphanage leben, besuchen die Special Class. Sondern auch Kinder, die nicht im Orphanage leben, aber vom Tumaini Children Centre betreut werden. Die Special Class besteht aus den ersten vier Klassen der Grundschule. Allerdings werden die Kinder nicht nach Alter eingeteilt, sondern nach aktuellem Leistungsstand. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Schüler, der erst seit einem Jahr die Special Class besucht und zuvor noch nie Unterricht hatte, bereits in der vierten Klasse ist. Durch sein fortgeschrittenes Alter, stellten die Lernhürden der ersten, zweiten und dritten Klasse keine Probleme dar und er kann schon bald eine weiterführende Schule besuchen.  Der Fokus in der Special Class liegt nicht auf einem hohen Lernpensum, sondern auf der Entwicklung eines Lernverhaltens und Gemeinschaftsgefühls. Das Lehrer Team der Klasse besteht aus Andrew, Elia und einer Regierungslehrerin. Das Lehrer Team wird durch drei Freiwillige (zwei ASC Freiwillige und mich) unterstützt. Die Lehrer und wir Freiwillige haben das Ziel eine besondere Beziehung und Vertrauen zu den Kindern aufzubauen. Somit agieren wir mehr als Sozialarbeiter, als distanzierter Lehrer. Ein Teil dieser Arbeit besteht zudem aus dem strikten Verzicht auf den Stock und Schläge. In den Regierungsschulen Tansanias ist es noch durchaus üblich, die Kinder mit dem Stock zu züchtigen. Das Tumaini Children Centre distanziert sich ausdrücklich von Gewalt. Momentan werden alle vier Klassen in einem Raum unterrichtet, was einige Hürden darstellt. Allerdings wird bald ein zweiter Raum von der Regierungsschule, in der das Tumaini Children Centre die Special Class einrichten konnte, zu Verfügung stehen. So wird die Arbeit mit den Kindern in Zukunft noch besser und effizienter. Kinder, die im Orphanage leben aber nicht die Special Class besuchen, werden im Centre aufgezogen, besuchen die Preschool, weiterführende Primary School oder Secondary School. Wenn die Kinder groß und alt genug sind, besuchen sie das College, eine Boarding School, machen eine Ausbildung oder gehen ihren ersten Berufen nach. Sobald die Kinder das Centre verlassen, werden sie weiterhin unterstützt. Sie bekommen Hilfe, beim Suchen von College- oder Arbeitsplätzen, bei Familienkonflikten oder Paperwork. Momentan hat das TCC ungefähr 800 laufende Fälle von Problemfamilien und Straßenkindern, die sie einmal betreut haben und nun regelmäßige „Follow Ups“ machen oder die sie momentan betreuen.

Bukoba ist eine Stadt mit vielen Straßenkindern. Wenn man Kontakt zu ihnen aufnehmen möchte, weiß man, wo man in Bukoba suchen muss. Diese Kinder besucht das Tumaini Children Centre regelmäßig auf der Straße. Streetworker, wie Michel, kennen die Kinder bereits und sie freuen sich immer, wenn er oder ein anderer Mitarbeiter vorbei kommt. Man unterhält sich, Michel unterdrückt sich ein Kommentar zu der Zigarette im Mund eines der Straßenkinder und man kauft ein paar Karangas  (Erdnüsse), die immer irgendwer auf der Straße verkauft. Durch diese wöchentlichen Besuche und spontanen Treffen, wird ein Vertrauen zu den Kindern aufgebaut. Das Ziel: den Kindern ihre Möglichkeiten im Tumaini Children Centre vor Augen führen. Das TCC baut auf eine freiwillige Beteiligung der Kinder. Alle Kinder leben freiwillig im Orphanage und nehmen freiwillig am Unterricht teil. Das ist die Basis dieser Arbeit. Sie basiert auf Vertrauen und auf dem Willen der Kinder ihre Chance, die ihnen der Centre gibt, zu nutzen. Dadurch entsteht eine völlig neue Arbeits- und Gemeinschaftshaltung.

Neben der Arbeit mit Problemfamilien und Straßenkindern, betreibt das TCC präventive Arbeit. Sie veranstaltet regelmäßig Seminare an Schulen, bei Behörden und bietet einen Women Circle an. Die Themen der Seminare sind sehr unterschiedlich. Vom E-Learning Seminar, über Womens Rights, Human Rights, Childprotection, bis hin zu Health Education, ist alles dabei. Damit möchte man verhindern, dass die Kinder überhaupt auf der Straße landen. Vor allen Dingen kommt dem E-Learning Seminar immer mehr Bedeutung zu. Die Digitalisierung ist bereits in vollem Gange. Allerdings werden viele Tansanier hier abgehängt. Das Smartphone von Tecno oder den Laptop von ASUS kann sich eben nicht jeder leisten. So haben beispielsweise  90% der Menschen in Kenia Zugang zu Internet. In Tansanier aber nur 13%. Um, vor allem, Lehrern ein Wissen über Laptops und das Nutzen von Internet, als Informationsquelle, zu geben, veranstaltet das Tumaini Children Centre regelmäßig E-Learning Seminare an Schulen. Dafür mietet TCC für viel Geld regelmäßig Laptops bei einem Elektrogeschäft. Neben den Seminaren, hat das TCC einen Women Circle eingerichtet. Der Women Circle gibt Frauen aus Bukoba die Chance, sich regelmäßig zu treffen, über gesellschaftliche und gesundheitliche Themen aufgeklärt zu werden und monatlich einen kleinen Betrag in eine Gemeinschaftskasse zu zahlen, der nach einem Jahr ausgeschüttet wird. Die Idee dieser Kasse ist, dass die Frauen etwas unabhängiger werden und mit dem Geld, dass sie nach einem Jahr angespart haben zum Beispiel das Schulgeld ihrer Kinder zu bezahlen.

Soviel zu dem Projekt in dem ich arbeite. Seit meiner Ankunft wohne ich in Kashura. Kashura liegt etwas erhöht, im südlichen Teil der Stadt Bukoba. Bukoba selbst liegt auf 1000m direkt am Viktoriasee. In Kashura wohne ich auf einem Compound meines Projekts. Mein Haus selbst hat drei Schlafzimmer, ein europäisches Klo, und ein riesiges Wohnzimmer, dass mit der Küche und einem Arbeitsbereich das Hauptzimmer des Hauses bildet. Die Küche ist sehr gut ausgestattet. Neben einem Gasherd, gibt es einen Elektro Herd und Ofen, viel Geschirr, eine Mikrowelle, einen Kühlschrank, einen Sandwich Maker und vieles mehr. Diese gute Ausstattung ist vor allem dem Grund geschuldet, dass Sister Debora hier gelebt hat und die schwedischen Besucher bei ihren Bukobareisen hier ein Zuhause finden. Wenn die Schweden für ihren Besuch nach Bukoba kommen, bilden wir gemeinsam eine WG. Abends kann man von der Terasse des Hauses aus die Lichter Bukobas und die Geräusche der Natur genießen.

Ich habe mir so langsam einen Alltag aufgebaut. Mein Alltag variiert zwar jede Woche, aber ein Grundriss lässt sich dennoch erkennen. Ich arbeite fünf bis sechs Tage in der Woche. Drei dieser Tage bin ich in der Special Class als Assistant Teacher tätig. Der Unterricht findet von 8 bis 13 Uhr statt. Nach dem Unterricht gehe ich nach Hause und esse etwas, um am späten Nachmittag in das Orphanage zu fahren und mit den Kindern ein bisschen Zeit zu verbringen. Wenn die Kinder dann um sechs Uhr zu Abend gegessen haben, proben Andrew und ich mit dem Kinderchor. Momentan üben wir „Happy XMas“ von John Lennon für Weihnachten. Sobald die Chorprobe fertig ist, fahre ich nachhause oder genieße noch einen Tee mit ein paar Freunden.

An den anderen beiden Tagen meiner Arbeitswoche arbeite ich im Office des Tumaini Children Centres. Dort erledige ich ein bisschen Paperwork, besuche mit den Street Workern Straßenkinder oder Problemfamilien oder helfe bei Seminaren zu E-Learning oder Human Rights.

Nach meinem Arbeitstag im Office besuche ich einen Kiswahili Kurs, mache Sport und habe Chorprobe – je nach Zeit, Lust und Zeitmanagement, kann meine Freizeitgestaltung aber sehr variieren. In der letzten Zeit hat vor allen Dingen der Sport unter meinen vielen Aktivitäten gelitten.

Dieser, hier beschriebene, Alltag ist allerdings etwas veraltet. Ich war leider die letzten drei Wochen  krank und wurde etwas aus meinem Rhythmus geschmissen. Dennoch zweifle ich nicht daran, dass ich schon bald wieder in einen geregelten Alltag hinein finden werde.

Am Wochenende mache ich meistens etwas mit Freunden. Samstagvormittags wasche ich meine Wäsche oder backe Brot. Nachmittags gucke ich mit Freunden Premier League oder ein regionales Spiel von Kagera Suger (der Mannschaft in Bukobas Region) oder wir machen einen Ausflug. Gegen Abend fahre ich für gewöhnlich ins Orphanage für die Chorprobe, um danach etwas mit den anderen Freiwilligen und Freunden zu unternehmen. Am Sonntag kann ich dann ausschlafen, einen Blogeintrag schreiben, gemütlich frühstücken, Leute zum Kaffee einladen, exklusiv kochen oder backen. Sonntagabends gehe ich für gewöhnlich in den englischen Gottesdienst, indem mein Chor singt. Allerdings habe ich den Plan demnächst auf den Morgen-Gottesdienst auf Kiswahili umzusteigen. Im Anschluss an den traditionellen Gottesdienst, werden regelmäßig Bananenstauden, Zuckerrohroder lebende Hähne versteigert. Der Erlös kommt der Kirchengemeinde zu gute.

Nach meinen ersten drei Monaten in Bukoba fühle ich mich sehr wohl. Ich bin glücklich, die Gelegenheit zu haben, im Tumaini Children Centre mit zu arbeiten und so viel Neues zu lernen. Ich freue mich, dass ich bereits jetzt so viele neue Freunde gefunden habe und so herzlich aufgenommen wurde. So lang, mächtig und beängstigend das FSJ in Tansania zu Beginn auch schien, so schöner und kürzer wird es mit jedem weiteren Tag im wundervollen Bukoba.

 

 

 

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Kommentare

  1. 1. Beate  |  20 Dezember 2017, 18:53

    Hallo Paul, ich soll Dir vom Brennerteam ganz liebe Grüße senden
    Wir wünschen Dir eine schöne Zeit, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!!
    Manfred und Beate

  2. 2. sulin  |  19 April 2018, 08:08

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